Dringend Rat Gesucht / Eigenbedarf
Location: Germany
Hallo zusammen,
wir sind eine Familie mit kleinen Kindern und stehen aktuell vor einer Eigenbedarfskündigung, bei der wir uns ernsthaft fragen, ob sie rechtlich so wirksam ist oder ob hier besondere Umstände dagegen sprechen. Wir sind mittlerweile emotional und gesundheitlich sehr belastet und wissen ehrlich gesagt nicht mehr, was wir noch tun sollen.
Unser Vermieter hat uns wegen Eigenbedarfs zum 31.05.2026 gekündigt. Begründet wird das damit, dass er aus gesundheitlichen und psychischen Gründen wieder in unsere Wohnung ziehen müsse.
Das Besondere ist, dass er bereits im selben Haus wohnt, nämlich in einer anderen Wohnung im Souterrain.
In der Kündigung wird unter anderem behauptet: • die Souterrainwohnung sei für ihn psychisch belastend • unsere normale Wohnnutzung verursache angeblich gesundheitliche Probleme • es liege ein medizinischer Notfall vor • das Verhältnis zwischen uns sei zerrüttet • es gebe keine Alternativwohnung
Für uns besonders belastend ist, dass aus dem Schreiben der Eindruck entsteht, dass gesundheitliche Probleme des Vermieters, einschließlich eines Schlaganfalls, zumindest indirekt mit uns oder dem Mietverhältnis in Verbindung gebracht werden.
Was aus unserer Sicht besonders wichtig ist:
Wir sind damals nicht freiwillig in diese Wohnung gezogen. Der Umzug erfolgte auf ausdrückliches Drängen der Vermieterseite, weil ein anderes Haus verkauft werden sollte. Ich war zu diesem Zeitpunkt hochschwanger, und wir hatten große Angst, kurzfristig ohne Wohnraum dazustehen. Deshalb haben wir dem Umzug letztlich zugestimmt.
Bereits vor unserem Einzug gab es aus unserer Sicht sehr belastende Aussagen. Die Tochter des Vermieters äußerte damals sinngemäß, dass sie die Bewohner notfalls aus dem Haus entfernen würde, weil es sich um das Elternhaus handele. Diese Aussage hat bei uns schon früh Unsicherheit ausgelöst.
Im September wurde im Zusammenhang mit diesem Umzug eine schriftliche Vereinbarung getroffen. Darin wurde unter anderem festgehalten: • dass der Vermieter ausdrücklich auf die Möglichkeit einer erleichterten Kündigung verzichtet • dass uns sechs Monate Mietfreiheit gewährt werden • dass dieser Mietnachlass ausdrücklich damit begründet wurde, dass wir finanziell und psychisch stark belastet waren und durch den Umzug erhebliche Nachteile hatten
Diese Belastungen wurden also von Vermieterseite ausdrücklich anerkannt.
Ein zeitlicher Zusammenhang, der uns besonders beschäftigt:
Ende Februar wurde uns mitgeteilt, dass er uns kein dauerhaftes Mietverhältnis garantieren könne, falls bestimmte Zahlungen nicht erfolgen würden.
Wir haben daraufhin im Februar tatsächlich noch eine zusätzliche Zahlung aus Kulanz geleistet, obwohl unsere finanzielle Situation schwierig war. Wir wollten damit zeigen, dass wir kooperativ sind und das Mietverhältnis stabil halten möchten.
Trotz dieser Zahlung erhielten wir kurze Zeit später, Anfang März, die Kündigung.
Nach unserem Eindruck wurde diese Entscheidung also bereits Ende Februar vorbereitet.
In genau diesem Zeitraum hatte die Tochter des Vermieters nach einem gesundheitlichen Ereignis (Schlaganfall) eine Vollmacht erhalten und die Angelegenheiten übernommen. Seitdem hat sich der Ton deutlich verändert und die Situation ist spürbar eskaliert.
Ein weiterer Punkt ist das sogenannte zerrüttete Verhältnis, das in der Kündigung angeführt wird.
Aus unserer Sicht ist dieses Verhältnis nicht durch unser Verhalten entstanden, sondern dadurch, dass sich die Vermieterseite wiederholt nicht an getroffene Absprachen gehalten hat. Als wir später begonnen haben, zugesagte Punkte einzufordern oder Mängel anzusprechen, kam es mehrfach zu Kündigungsdrohungen oder Druck.
Wir haben diese Situationen dokumentiert und chronologisch gesichert.
Wir haben mehrfach versucht, eine Lösung zu finden und verschiedene Alternativen vorgeschlagen, zum Beispiel: • eine deutlich längere Auszugsfrist • ein Umzug in die andere Wohnung im selben Haus • eine Rückkehr in das vorherige Haus
Alle diese Vorschläge wurden von Vermieterseite abgelehnt.
Zusätzlich liegt bei uns inzwischen ein ärztliches Attest vor, das bestätigt, dass ein erneuter Umzug derzeit gesundheitlich nicht möglich bzw. unzumutbar ist.
Ich selbst bin schwer chronisch krank und habe in den letzten Monaten gesundheitlich deutlich abgebaut. Die gesamte Situation und der Umgangston der Gegenseite stellen für mich eine erhebliche Belastung dar. Die Kommunikation der Anwältin empfinden wir als sehr aggressiv, und wir haben mittlerweile große Angst vor weiteren Schritten.
Wir haben außerdem trotz sehr vieler Bewerbungen bislang keinen angemessenen Ersatzwohnraum finden können.
Es gibt noch weitere Informationen und Umstände, die aus unserer Sicht darauf hindeuten, dass der Eigenbedarf möglicherweise vorgeschoben sein könnte. Diese haben wir vollständig dokumentiert, einschließlich Drohungen und Kommunikationsverläufen.
Unser Problem ist aktuell auch, dass wir große Schwierigkeiten haben, rechtlichen Beistand zu finden. Eine Rechtsschutzversicherung haben wir nicht und können uns eine rückwirkende Versicherung nicht leisten.
Wir haben bereits Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt, fühlen uns aber zunehmend überfordert, verängstigt und wissen nicht mehr, wie wir weiter vorgehen sollen.
Deshalb unsere Fragen an euch:
Ist eine Eigenbedarfskündigung rechtlich haltbar, wenn zuvor ausdrücklich auf die erleichterte Kündigung verzichtet wurde, obwohl der Vermieter im selben Haus wohnt
Wie stark wird ein ärztlich bestätigter Härtefall in solchen Fällen berücksichtigt
Ist es relevant, dass der Vermieter bereits im selben Haus wohnt und eine andere Wohnung vorhanden ist
Spielt es eine Rolle, dass wir trotz finanzieller Schwierigkeiten noch eine Kulanzzahlung geleistet haben und trotzdem die Kündigung erhalten haben
Und allgemein: Klingt das für euch nach einer rechtlich tragfähigen Eigenbedarfskündigung oder eher nach einer angreifbaren Situation
Wir sind für jede Einschätzung oder Erfahrung sehr dankbar.
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